Wie diese 9 Beziehungsstadien deinen Job beeinflussen

Wie diese 9 Beziehungsstadien deinen Job beeinflussen

Wann ist die beste Zeit für eine Gehaltserhöhung und wann kann dich deine Beziehung den Job kosten?

Es liegt immer im Interesse eines Unternehmens, dass Mitarbeiter die Fähigkeit haben Beruf und Privatleben zu trennen. Doch ist das so einfach? Menschen werden gesteuert von Emotionen, Erfahrungen und Reaktionen aus Aktionen. Da ist es nicht überraschend, dass eine Trennung zu 100 Prozent nicht möglich ist. In diesem Artikel erläutern wir die Stadien einer Beziehung und geben Ratschläge um die Arbeitsorganisation und den Alltag in Einklang zu bekommen.

 

1. Neues Glück

Hat sich eine Verbindung zweier Menschen neu zusammengefunden, befindet sich diese in der Anfangsphase. Typische für dieses Stadium ist das Bedürfnis keine Zeit ohne den anderen Part zu verbringen und jedes noch so kleine Detail über den Partner zu wissen. Außenstehende empfinden diese Situation zum Teil lächerlich oder schmunzeln zumindest darüber. Wissenschaftlich betrachtet kann man sich nicht anders in diesem Stadium verhalten da ein chemischer Prozess das Hirn in einen „Hoch-Flug“ versetzt. Experten haben festgestellt, dass der Serotoninspiegel bei einer neuen Partnerschaft etwa so hoch ist wie bei einem Menschen mit Zwangsstörung. Darüber hinaus sind identischen Hirnareale aktiv wie bei einem Kokainkonsumenten. Die Massenausschüttung von Dopamin während dieses Stadiums erzeugt einen aufgedreht-glücklichen Zustand geprägt von Tatendrang. Emotionen und physische Reize werden an dieser Stelle sehr intensiv wahrgenommen.

Können Sie Beruf- und Privatleben sehr gut trennen? Prima! Dann ist dies eine sehr gute Zeit um neue Projekte anzugehen. Schwierige Herausforderungen werden in diesem Stadium als deutlich „leichter“ empfunden und Sie selbst können sich trotz einer hohen beruflichen Belastung sehr schnell entspannen und ihre Batterie zu Hause neu aufladen.

ACHTUNG:

Gefühlsmenschen neigen oft dazu, dass die Bereiche Beruf und Privat nicht strikt voneinander getrennt werden. Hier besteht die Gefahr, dass die eigene Produktivität zurück geht und im schlimmsten Fall sogar allgemein der Job „störend“ aufgefasst wird.

Warum? Wie bereits angesprochen wollen Frischverliebte jede Sekunde mit dem Partner aktiv erleben. Das Smartphone wird hier schnell zum größten Feind während der Arbeit. Wenn Sie dazu neigen jeden Gedanken an ihren neuen Partner zu kommunizieren, sollten Sie sich feste Zeiten einplanen (Frühstücks- / Mittagspausen) um sich mit dem neuen Partner auszutauschen.

Grundsätzlich geht man im Zeitmanagement davon aus, dass etwa bei jeder Arbeitsunterbrechung das Hirn anschließend wieder 5 Minuten benötigt um erneut in die Arbeit zu finden. Angenommen man schreibt in einer Stunde 5 Kurznachrichten (geschätzter Zeitaufwand 1 Minute), ergibt das 5 Minuten reine Schreibzeit an den Partner. Dazu kommen jeweils die 5 Minuten Einarbeitungszeit um wieder in das Projekt zu finden. In der Summe wären Sie somit stündliche mit 30 Minuten unproduktiver Tätigkeit beschäftigt.

 

2. Die Verbindung

Das zweite Stadium könnte man auch „Wachstums-Stadium“ bezeichnen. Gezeichnet dadurch, dass sich die Partner intensiver kennenlernen. Gespräche von mehren Stunden sind hier keine Seltenheit und beide geben immer mehr von sich selbst zu erkennen. Während dieses Stadiums herrscht beim zuhörenden Part eine extrem hohe Aufmerksamkeitsrate währende der aktive Partner spricht. Wissenschaftler glauben sogar, dass dieses Stadium das Ehrlichste in der ganzen Beziehung ist. Chemisch gesehen übernimmt Vasopressin und Oxytocin die Produktion von Serotonin und Dopamin. Somit sind Gesprächsinhalte wie Familie, Beziehungen und weitere persönlich Themen der Regelfall. Die nun dominierenden Stoffe sind im Volksmund auch als „Bindungs-“ oder „Partner-Hormone“ bekannt und sorgen für innere Ruhe und ein Gefühl von Geborgenheit. Daher zeigt man sich in diesem Stadium als sehr verständnisvoll und betrachtet selbst kritische Äußerungen des Partners nicht als Angriff.

Beruflich verlieren Sie selbst an belastenden Tagen nicht den Überblick und können fokussiert Projekte abschließen. Kollegen nehmen Sie in dieser Zeit häufig als sehr strukturiert und professionell wahr. Eine sehr gute Zeit um sich großen Projekten anzunehmen oder Gehaltsverhandlungen anzustoßen. Die private innere Ruhe und der Fokus kommen hierbei positiv in den Vordergrund.

ACHTUNG:

Im Berufs- und Privatleben merken alle Menschen Ihre Ausgeglichenheit. Hier kann es vorkommen, dass Sie als sogenannter „Kummerkasten“ wahrgenommen werden. Ihre innere Ruhe kann hierbei schnell dahinschwinden und Sie wirken dann nach außen im Schlimmsten Falle einer Aufgabe nicht (mehr) gewachsen.

 

3. Alltag und Hürden

Bewusst oder unbewusst tritt jedes Paar nach einigen Monaten in dieses Stadium ein. Hierin bildet sich langsam der gemeinsame Alltag ab. Die Quantität des Körperkontaktes sowie lange Gespräche pendeln sich in einen normalen Bereich ein. Selbstkritische Partner oder solche mit Selbstzweifel werden hier schonmal panisch und glauben es läuft etwas falsch. Häufig kommt es in diesem Stadium zu ersten kleineren Streitigkeiten.

Aus Sicht des Berufes ist dieses Stadium nicht grundsätzlich schlecht. Der Job kann den Kontrast zu den privaten „Anspannungen“ sein. Zeigen Sie sich nun als solider und gleichbleibender Kollege. Softskills wie Menschlichkeit, Loyalität und Konstanz können hier in den Vordergrund gestellt werden. Sie stehen einem Kollegen sehr nahe? Nutzen Sie diese Verbindung um über private Themen in den Pausen zu reden. Einfach mal im Job privaten „Dampf ablassen“ kann sehr befreiend sein und Sie kommen als ausgeglichener Partner zu Hause an. Beruflich kann das sogar den Zusammenhalt zu Kollegen fördern.

 

4. Fiktion und Realität

In diesem Stadium hat sich jeder Partner über sein Gegenüber eine Meinung gebildet und auf dieser Basis bestimmte Erwartungen definiert. Dieses Stadium hat einen sehr analytischen Charakter. Hierin kann es zu sehr positiven oder auch negativen Erfahrungen kommen, wenn Ihr Partner die definierten Erwartungen nicht erfüllt. Hier besteht die Erste Trennungsgefahr.

ACHTUNG:

Prinzipiell erzeugen positive Erfahrungen in der Partnerschaft „Bindungsenergie“ und negative Impulse „Trennungsenergie“. Hier raten wir dazu nach Möglichkeit analytisch vorzugehen und lediglich zu betrachten ohne etwas zu sehr zu bewerten. Die Dauer der Partnerschaft ist noch zu „frisch“ um direkt abschließende Urteile zu fällen.

Je nach gesetztem Impuls wirken Sie unter Umständen auf der Arbeit reizbar, gestresst oder gar aggressiv. Ergänzende Rückschläge im Job werden massiver wahrgenommen als sie sind. Optionale Meetings und Termine sollten Sie (ausgenommen von Verabredungen zum Mittagessen) in diesen Wochen reduzieren und Ihre Aufmerksamkeit auf die Hauptaufgaben legen.

 

5. Der Stein des Anstoßes

In diesem Stadium ziehen Sie Resultat aus dem vorherigen Schritt. Häufig versuchen Partner in dieser Entwicklung ihr Gegenüber zu ändern. Wir empfehlen hier das Ganze in einem offen formulierten Wunsch zu kommunizieren da dies weniger bedrohlich auf den Partner wirkt. In der Praxis wird allerdings viel zu häufig versucht den Partner mit der eigenen Meinung zu überrollen um ihn dazu zu bringen in der Zukunft anders zu handeln.

Beruflich können Sie während dieses Stadiums arrogant auf die Kollegen wirken und überheblich von Partnern eingestuft werden. Das stellt langfristig Ihre Kompetenz und Professionalität in Frage. Versuchen Sie daher in diesem Stadium aktiv Beruf und Privat zu trennen. Treten Sie Kollegen neutral gegenüber ohne den „Lehrer“ zu spielen.

ACHTUNG:

Subtile Änderungsversuche an Ihrem Partner führen dazu, dass es ggf. als Angriff / Kritik aufgefasst wird. Machtkämpfe und offene Provokationen können hierbei entstehen. Um dies im Kern zu ersticken formulieren Sie selbst Ihre Anliegen gegenüber dem Partner mit sogenannten ICH-Botschaften.

 

6. Zweisamkeit und Zufriedenheit

Nach einer unter Umständen stürmischen Fahrt auf rauer See fahren Sie nun in ruhigere Gewässer. Innerlich sind Sie mit der Partnerschaft zufrieden da bis hier alle Konflikte behandelt und im Idealfall gelöst wurden. Beide haben erkannt, dass für ein gemeinsames Bestehen Kompromisse notwendig sind. Häufig kommt es in diesem Stadium zu den Themen Hochzeit und Nachwuchs. Grund für diese Harmonie sind die Erkenntnisse über die Erwartungen an den Partner. Diese sind nun deutlicher und realistischer definiert. Außenstehende würden in diesem Stadium die Beziehung als „unspektakulär“ beschreiben.

Im Beruf wirkt sich dieses Stadium nicht direkt erkennbar aus. Das „Unspektakuläre“ aus dem privaten Umfeld übertragen Sie in den Beruf. Dennoch raten wir speziell Führungskräften dazu, dass sich dieses Stadium dazu eignet um negative Botschaften im Team zu kommunizieren. Teammitglieder selbst können in dieser Zeit für private Anliegen den Austausch bei Vorgesetzten suchen. Themen auf der Seite der Führungskraft könnten beispielsweise „Mehrarbeit“ sein. Teamangehörige könnten dem gegenüber mit dem Interesse zum Wechsel auf eine Teilzeitstelle bei Vorgesetzten die Kommunikation starten.

 

7. Die Prüfung

In diesem Stadium stehen häufig Monologe von Selbstzweifel im Mittelpunkt. Die Partner fragen sich selbst ob die bestehende Beziehung das maximale Glück für sie bringt. Hier zeigt häufig die an sich selbst gerichtete Formulierung der Frage, wie Sie im aktuellen Moment zu der Situation stehen. Eine Formulierung wie „Ist das wirklich das Leben, dass ich führen will?“ zeigt ein deutlicher hinterfragenden Standpunkt als die Formulierung „…ist das schon das Ende der Fahnenstange?“. Hier neigen Partner häufig dazu zu schauen wie die Beziehungen in ihrem Umfeld verlaufen und diese dann auch vergleichen. Werden aus Ihrer Sicht in diesem Stadium „Klammern“, „Eintönigkeit“ thematisiert, zerbrechen Bindungen häufig an dieser Stelle.

Hier kann es ähnlich wie in Punkt 3 ratsam sein Ihren Job als Kontrast zu bewerten um einen anderen Blickwinkel zum privaten Umfeld zu bekommen. Seien Sie sich aber dabei bewusst, dass Sie hierbei immer Privat und Beruf (gedanklich) ein Stück verschmelzen lassen. Den fehlenden Freiraum im privaten Umfeld kann durch den Freiraum im Beruf nahezu beflügelnd wirken. Sie sollten allerdings vermeiden aus dem Hoch-Flug heraus mehr Projekte parallel zu starten, als sie bearbeiten können. Bleiben Sie bei der Strukturierung der Arbeitswoche realistische. Gesetzte Wochenziele können die Arbeitsstruktur unterstützen.

ACHTUNG:

Es ist absolut wichtig aus dem Kontrast keine Flucht entstehen zu lassen. Entfalten Sie sich im Beruf. Nach Feierabend stundenlanges unproduktives im Büro Sitzen erzeugt Trennungsenergie und langfristig Frust. Daraus entsteht im schlimmsten Fall eine Antriebslosigkeit, die berufliche Deadlines unnötig verzögert.

 

8. SEX SELLS – Aufschwung oder Umbruch

Je länger eine Bindung besteht, desto größer wird das Thema Sexualität. Hintergründe können hierfür sein, dass sich die Beteiligten nicht mehr nahekommen oder neue Impulse gesetzt werden möchten. Kommt es dennoch nicht zu einer Interaktion oder ein Partner unterstütz seinem Gegenüber in den Bemühungen nicht, ist dieses Stadium das mit dem größten Potential einer Affäre. Kommt es allerdings zu einem Aufschwung in der Bindung, schweißt dies die Beteiligten besonders stark zusammen.

Beruflich könnten Sie während dieser Zeit abwesend wirken. Arbeitsabläufe gehen Ihnen nicht so leicht von der Hand wie üblich. Im Allgemeinen wirken Sie nach Außen unvollkommen. Paradoxerweise raten wir hier dazu sich voll in den Job zu knien und über die 100 % hinaus Einsatz zu zeigen. Warum? Dadurch steigern Sie Ihr Selbstwertgefühl und treten auch entsprechend sowohl bei Kollegen als auch Ihrem Partner auf. Neue Eindrücke aus dem Joballtag können Gespräch am Abend einleiten und helfen attraktiver wahrgenommen zu werden. Im Rückschluss gehen Sie somit auch wieder hochmotiviert an Ihren Job.

ACHTUNG:

Sich gedanklich einer Affäre zu nähern sollten Sie zeitnah ansprechen. Dies kann den Ernst Ihrer Situation untermauern. Seien Sie sich im Klaren, dass eine Affäre IMMER eine zusätzliche Zeitbelastung ist und sich sowohl privat auch als beruflich massiv negativ auswirkt.

 

9. Der Fels in der Brandung

Im letzten Stadium zeigt sich die Relevanz von sowohl Nähe als auch eigene Interessen. An dieser Stelle ist die Verbundenheit am stärksten und das Vertrauen nahezu grenzenlos. Beiden beteiligten muss in dieser Phase bewusst sein, dass konstant in die Bindung investiert werden muss und der Gegenüber nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten ist.

Beruflich bringt Ihnen dieses Stadium einen „Allrounder-Effekt“ da sie sowohl täglich mit neuem Elan an Ihre Arbeit gehen also auch die Balance gefunden haben sich frei zu entwickeln und neue Wege zu gehen. Die private Gewissheit und Ihr Selbstwertgefühl sind nahezu an einem Maximum. Ihnen sind Prioritäten klar und Strukturen aus beiden Bereichen (Privat / Beruf) bereichern den gegenüberliegenden Aspekt.

ACHTUNG:

Diese Phase kann nur gehalten werden, wenn den Beteiligten bewusst ist, dass sie konstant investieren müssen und sich gegenseitig nicht als selbstverständlich betrachten dürfen.

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